Massive Angriffe auf Rojava
Bijî Berxwedana Rojava!

Die islamistische selbsternannte „Übergangsregierung“ in Damaskus führt Krieg gegen die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien („Rojava“). Dabei hat sie weite Teile der Selbstverwaltung westlich des Euphrats übernommen. Städte wie Raqqa und Deir ez-Zor sowie Erdöl- und Erdgasfelder stehen nun unter Kontrolle der Zentralregierung, nachdem sich die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in die kurdischen Kerngebiete östlich des Euphrat zurückgezogen haben. Dieser Rückzug ist Teil eines 14-Punkte-Plans, der eine Waffenruhe, den SDF-Abzug und die Übernahme der Energieressourcen durch Damaskus vorsieht.
Die SDF hatte erklärt, der Rückzug sei eine „taktische Vereinbarung“, um einen großflächigen Bürgerkrieg und „weiteres sinnloses Blutvergießen“ zu verhindern. Trotz der offiziellen Waffenruhe gehen die Angriffe der islamistischen Regierungstruppen weiter, die nun drohen, Kobane anzugreifen. Die Existenz Rojavas steht auf dem Spiel. >> weiterlesen

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Die nun eroberten Gebiete sind mehrheitlich arabisch; die SDF hatte dort 2019 mit US-Unterstützung den sogenannten Islamischen Staat (IS) militärisch besiegt und die lokale Verwaltung aufgebaut. Nun greifen die selbsternannten „Regierungstruppen“ zusammen mit IS-Schläferzellen und mit Unterstützung türkischer Militärflugzeuge die Gefängnisse an, in denen IS-Gefangene sitzen, zudem gibt es Berichte über Ausbruchsversuche aus dem Gefangenenlager Al-Hol. Die IS-Gefangene, die mit Hilfe der „Regierungstruppen“ aus den Gefängnissen ausbrechen, schließen sich den „Regierungstruppen“ an. Auch existieren Dokumentationen über Massaker und Hinrichtungen durch Einheiten der „Übergangsregierung.“

Humanitär ist die Situation bereits jetzt katastrophal: Rund 10.000 Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, viele mehrfach. Helfer*innen berichten von akutem Mangel an Nahrung, Unterkünften, medizinischer Versorgung und adäquatem Winterschutz. Die humanitäre Notlage ist unmittelbar und lebensbedrohlich.

Die unmittelbare Bedrohung Rojavas betrifft auch uns als Kampagne „Solardarity. Neue Energie mit Rojava“. Gerade können wir aufgrund der fragilen Lage nicht abschätzen, wie oder wann wir mit dem Aufbau von Solaranalagen in Rojava weiter machen können. Trotzdem wollen wir weiterhin aktiv bleiben. Eure Spenden kommen über medico international weiterhin sicher bei den Menschen in der Region an. Ihr könnt aber auch direkt auf die Nothilfe-Konten von „medico international“ oder dem „kurdischen roten Halbmond“ spenden. Gerade jetzt brachen die Menschen in Nord- und Ostsyrien unsere Unterstützung!

Informiert euch über die Lage, schreibt euren Abgeordneten, organisiert Veranstaltungen und Demonstrationen! Jede Hilfe zählt! Bijî Berxwedana Rojava!